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Sonderausstellung 2020

Kalter Krieg auf Schienen
Die S-Bahn in West-Berlin 1961-1989

Jeweils am letzten Sonnabend des Monats zeigt das Berliner S-Bahn-Museum in Kooperation mit dem Berliner Unterwelten e.V. eine Sonderausstellung.
Ungewöhnlicher Ausstellungsort ist eine ehemalige unterirdische Toilettenanlage aus den 1930er Jahren nahe des S- und U-Bahnhofs Gesundbrunnen, die der Berliner Unterwelten e.V. zu Ausstellungsräumen umfunktioniert hat.  

Der Ost-West-Konflikt in der Mauerstadt ist ab 2020 das neue Ausstellungsthema. Das S-Bahn-Museum zeigt die besonderen, weltweit einmaligen Bedingungen, unter denen die S-Bahn im damaligen West-Berlin zwischen 1945 und 1984 fuhr. Denn verantwortlich für den Betrieb war die Deutsche Reichsbahn der DDR. Die „Ost-Regie“ über die Züge im Westen bot vielerlei Zündstoff für beide Seiten: Die DDR versuchte, die S-Bahnanlagen als ihr eigenes Staatsgebiet zu behandeln, viele West-Berliner boykottierten nach dem Mauerbau das einst sehr beliebte Verkehrsmittel, um der DDR zu schaden. In der Ausstellung „Kalter Krieg auf Schienen“ wird diese heute längst vergangene Epoche wieder lebendig werden.

Sonderausstellung Kalter Krieg auf Schienen

Die S-Bahn in West-Berlin: das war zwischen 1949 und 1984 die „DDR auf Schienen“. Von der Deutschen Reichsbahn (DR), der Staatsbahn der DDR betrieben, war sie nach 1961 weniger ein normales Verkehrsmittel als vielmehr ein politisches Vehikel zur Einflussnahme auf den West-Berliner Alltag. Die Bahnflächen der DR erlaubten Ost-Berlin bei vielen stadtplanerischen Entscheidungen ein Mitspracherecht. Unter Aufsicht der Volkspolizei agierte die Bahnpolizei auf dem Reichsbahngelände. Und die DR war ein Zentrum der SEW, eines Ablegers der DDR-Staatspartei SED. Dem Westen diente der S-Bahn-Boykott als Ventil, um gegen die Mauer zu demonstrieren. Außerdem konnte er so den milliardenteuren U-Bahn- und Autobahnbau begründen. Das Verkehrsmittel S-Bahn blieb bei dieser Auseinandersetzung (fast) auf der Strecke – zum Schaden für Ost und West.

In einer Ausstellung zeichnet das Berliner S-Bahn-Museum diese Zeit nach. Wichtige Inhalte der Ausstellung sind:
• der verwirrende Rechtsstatus der DR in West-Berlin;
• die Zeit vor und nach dem Mauerbau – Folgen für den Betrieb, der Boykott, Bombenanschläge und Parallelbusse;
• die gegenseitigen „Sticheleien“ zwischen Ost und West;
Arbeitsbedingungen und Organisation des „sozialistischen Betriebes Deutsche Reichsbahn“ in West-Berlin;
• die besondere Rolle der Bahnpolizei der DR;
• Hintergründe zu den Verhandlungen zur Abgabe der S-Bahn an die BVG, die den Betrieb ab 9. Januar 1984 übernahm.

Das Berliner S-Bahn-Museum zeigt in Kooperation mit dem Berliner Unterwelten e.V. die Ausstellungen an einem ungewöhnlichen Ausstellungsort: eine frühere unterirdische Toilettenanlage aus den 1930er Jahren nahe dem S- und U-Bahnhof Gesundbrunnen, die der Berliner Unterwelten e.V. zu Ausstellungsräumen umfunktioniert hat.

Wann?
Jeder letzte Sonnabend im Monat jeweils 11–17 Uhr:

Sonnabend, 25.1.2020
Sonnabend, 29.2.2020
Sonnabend, 28.3.2020
Sonnabend, 25.4.2020

Über eine mögliche Verlängerung der Ausstellung werden wir hier rechtzeitig informieren.

Wo?
Frühere unterirdische Toilettenanlage unter der Kreuzung Badstraße/Behmstraße, 13357 Berlin.
Nahe Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen (S+U+Regio+Fernbahn).
Zugang auf der Verkehrsinsel in der Straßenmitte der Behmstraße (zwischen Targo-Bank und Curry-Baude).

Tickets:
Erhalten Sie direkt am Ausstellungseingang.
Erwachsene 3 €,
Kinder 7–14 Jahre 1 €,
Kinder bis 6 Jahre frei.
(Nur Barzahlung möglich.)

Weitere Infos auf der Website der berliner-unterwelten.de

 


 

www.s-bahn-museum.de  -  Stand 27.7.2019
© Berliner S-Bahn-Museum GbR